Geschichte der Stiftung

Zur Geschichte der Stiftung

Die Gründung der Familienstiftung wurde von dem „Steinmetz-Ehepaar“ Ernst und Candida Hennch veranlasst und am 15.05.1909 in Reistenhausen/Main (heute ein Ortsteil der Gemeinde Collenberg) notariell beurkundet. Dafür wurde ein Kapital von 100.000 Mark beim königlichen Finanzamt in Würzburg als offenes Depot hinterlegt. Am 14. Juli 1909 haben seine Königliche Hoheit Prinz Luitpold die Stiftung genehmigt.

  • 1930er bis 40er Jahre: verwaltet durch
  • 1968 bis Ende der70er Jahre: Franz Hennch
  • 80er Jahre:                          Gerold Hennch
  • 2010 bis 2022:                  Christoph Hennch
  • Seit 2022:                             Christine Mai

In 14 Paragraphen wird in den Statuten über Stiftungszweck und -berechtigte, die Höhe und Dauer der Zuwendungen und die Verwaltungsvorgaben verfügt.

Die erste Fassung vom 15.9.1909 wurde am 25.7.1972 überarbeitet. Mit einem separaten Schreiben des Bayrischen Innenministeriums wurde die Stiftung umgewandelt in eine nicht-öffentliche, private Stiftung, das Schreiben ist ebenfalls beigefügt. Damit unterliegt die Stiftung nicht mehr staatlichen Behörden, sondern nur noch der Stiftung und ihrem Stiftungsrat.

Hervorzuheben ist der soziale und weitsichtige Ansatz der beiden Stifter, die das Vermögen für den Unterhalt, die Unterbringung und Ausbildung bedürftiger Familienangehöriger bei der Ausbildung eingesetzt wissen. In den Statuten wird ausdrücklich darauf verwiesen, dass Geschlecht, Alter, Religion und Beruf bei der Begründung für die Unterstützung „keinen Unterschied“ machen dürften, doch sollten diejenigen, die eine berufliche Ausbildung, eine Unternehmensgründung oder den Aufbau des eigenen Hausstandes finanzieren wollten, „in erster Linie“ zu berücksichtigen sein. Darüber hinaus solle vom Zins einem ortsansässigen Bedürftigen außerhalb der Familie ein jährlicher Zuschuss von 100 Mark zukommen.

Für den Fall, dass kein Nachkomme der Familie Hennch oder Arnold „mehr vorhanden“ sei, solle das Stiftungsvermögen der Gemeinde Reistenhausen (heute Collenberg) zufallen und für „Gemeindebedürfnisse aller Art“ verwendet werden.

Mit dem verbundenen Wunsch „Möge die Stiftung den Segen verbreiten, den die Stifter von ihr erhoffen“ endet das Statut mit dem §14.

Zu den berechtigten Beziehern einer Unterstützung gehören die jeweiligen Geschwister der beiden Stifter, diese sind einzeln aufgeführt (siehe § 5 der Satzung von 1909). Auf dieser Basis und mit weiteren Unterlagen (persönliche Notizen, Stammbaum der Familie Arnold) hat der Stiftungsrat in seiner Sitzung 2020 die Erstellung eines Stammbaums in Auftrag gegeben. Dieser umfasst zurzeit über 250 Mitglieder. Eine Kopie (pdf-Datei) kann beim Stiftungsvorsitz angefragt werden. Dieser Stammbaum stellt aber keinen rechtlichen Anspruch dar; er wurde nach bestem Wissen und Gewissen erstellt.

Die beiden Stifter kommen aus zwei für die Gemeinde Collenberg prägenden Familien. Dies kann man auch an den noch bestehenden Grabstätten beider Familien auf dem Friedhof im OT Reistenhausen sehen.

Neben den beiden Stiftern gab es noch weitere Ehen zwischen den beiden Familien: 

Maria Hennch (Schwester von Ernst Hennch) war verheiratet mit Venantius Arnold (Cousin von Candida Hennch geb. Arnold)

Wilhelm Hennch (Bruder von Ernst Hennch) war verheiratet mit Maria Arnold (Schwester von Venantius Arnold)

Maria Hennch und Venantius Arnold

Maria Hennch (1849 – 1933) heiratete im Jahr 1869 Venantius Arnold (1843 – 1912); sie gebar in ihrer Ehe 12 Kinder. Ihr Heim steht heute noch im Ortsteil Reistenhausen in der Brunnenstraße 27. Das Gebäude wurde 1872/1873 von Venantius Arnold errichtet und diente zunächst auch noch als Büro des Steinmetzbetriebs von Venantius Arnold. Aber nachdem die Familie immer größer wurde, musste das Büro ausgelagert werden. Ein mächtiger Tresor im „Stifterzimmer“ kündet noch von der Zeit als Büro. Das Gebäude wurde ergänzt durch ein Nebengebäude mit Backofen und Stallungen. In der Remise war die Kutsche untergebracht, denn erst 1909 gab es eine Bahnverbindung bis Reistenhausen. Hinter der Kutsche war das Kutscherstüble. Im Anbau befanden sich noch weitere Nebenräume, z.B. eine Nähstube, wo die Kleidung für die vielköpfige Familie hergestellt wurde. Zu einem späteren Zeitpunkt erhielt dieses Gebäude einen Anbau für ein Kontor mit Büro- und Zeichenräumen.

Nach Stilllegung der Firma Arnold & Söhne und der Aufgabe der Wohnung im Jahr 1940 (Maria Arnold verstarb 1933), überließ die Familie Arnold der Gemeinde Reistenhausen (heute Collenberg) das gesamte Anwesen zum Zwecke und unter der Bedingung der Nutzung als „Kinderverwahranstalt“.
Im Wohnhaus blieb das Ober- und Dachgeschoss der Enkelgeneration von Venantius und Maria Arnold zur Nutzung überlassen.

Von 1949 – 1957 war im Erdgeschoss des Wohnhauses die Polizeistation der Gemeinde Reistenhausen untergebracht. Danach nutzte die Gemeinde das Gebäude, um Familien einen Wohnsitz zu geben.

Der Kindergarten nahm 1952 den Betrieb in der „Sommerhalle“ auf und zog 1955 in das ehemalige Kontor ein. Nach dem Zusammenschluss der Gemeinden Reistenhausen und Fechenbach wurde ein neuer gemeinsamer Kindergarten gebaut und 1994 eingeweiht.

Im Jahre 2001 begann der Heimatverein Collenberg, die Räume im Erdgeschoss zu renovieren, heute ist dort eine Dauerausstellung des Heimatvereins zu sehen. Die Wohnräume im Obergeschoss wurden wieder weitestgehend im ursprünglichen Zustand hergestellt und sind so ein Zeitzeuge, wie eine Familie im ausgehenden 19. Jahrhundert gelebt hat.